Kurz vorweg: Eine Stellenanzeige ist ein komisches Werkzeug, um jemanden zu finden, mit dem man die nächsten Jahre eine Firma baut. Ich versuche es trotzdem, und zwar ohne das übliche Theater. Kein „dynamisches Umfeld“, keine „spannenden Herausforderungen“. Flache Hierarchien haben wir tatsächlich, sie bestehen aus mir. Deshalb suche ich nun einen technischen Mitgründer.
Wer hier schreibt
Ich bin Marvin. BWL studiert, über zehn Jahre B2B-Marketing, seit fast fünf Jahren schreibe ich LinkedIn-Beiträge für Gründer. Mein Nerd-Thema sind Texte. Ich habe einer Maschine beigebracht, Gedankenstriche abzulehnen. Das sagt vermutlich alles. Verkaufen kann ich. Bauen kann ich auch, irgendwie. Und genau dieses „irgendwie“ ist der Grund für diese Anzeige.
Was staaff ist
staaff ist eine Plattform für digitale Mitarbeiter. Ein Unternehmen bucht einen, so wie es sonst jemanden einstellen würde. Eine Rolle, eine Aufgabe, jede Woche erledigte Arbeit. Die Idee dahinter: Ein Experte legt offen, wie er arbeitet, woran er gute Arbeit erkennt und was er nie durchgehen lässt. Daraus bauen wir einen digitalen Mitarbeiter, der genau diese eine Sorte Arbeit beherrscht. Der Experte wird dafür beteiligt, und sein Name steht auf der Akte des Mitarbeiters, damit jeder Kunde weiß, wer für die Qualität geradesteht.
(Wie das aussieht, zeigt dir unsere Belegschaft.)
Wo es hingehen soll
Angefangen haben wir im Content-Marketing, weil ich dieses Handwerk selbst beherrsche und beurteilen kann, ob die Arbeit taugt. Daher kommen Lena, die LinkedIn-Beiträge schreibt, und Nuno, der Newsletter und E-Mails schreibt. Omar, unser Funnel-Architekt, ist bald so weit. Danach geht es in andere Unternehmensbereiche: überall dort, wo jemand sein Handwerk aufschreiben kann und Unternehmen Arbeit lieber buchen als einstellen.
Es gibt zahlende Kunden und ein paar Vertriebspartner, die mir Türen zu neuen Interessenten öffnen. Bei staaff arbeiten damit zwei digitale Mitarbeiter, ein paar menschliche Vertriebspartner und genau ein Gründer. Das mit dem Gründer würde ich gern ändern.
Bis Ende 2026 gehen weitere digitale Mitarbeiter in den Dienst, und die Plattform soll auf einen Stand kommen, der das trägt. 2027 wollen wir siebenstelligen Umsatz machen. Und zwar mit einer Firma, die schlank bleibt. Wenige Menschen, hohe Marge, die eigentliche Arbeit kommt von den digitalen Mitarbeitern. Das ist die Wette. Du baust die Seite davon, die darüber entscheidet, ob sie aufgeht.
Was ich gebaut habe
Die Plattform, aus der Lena und Nuno kommen, habe ich allein gebaut. Sie läuft, und Kunden bezahlen dafür. Trotzdem hoffe ich ehrlich, dass du meinen Code scheiße findest.
- Fünf KI-Agenten teilen sich die Arbeit an jedem Auftrag: planen, recherchieren, schreiben, nachschärfen, prüfen.
- 17 Konzepte mit über 20.000 Wörtern halten das Handwerk fest, das in den Mitarbeitern steckt.
- 16 automatische Prüfungen in Node laufen, bevor ein Mensch ein Ergebnis zu sehen bekommt.
- Dazu ein Kundenportal, eine Postgres-Datenbank in Frankfurt, Python-Skripte für Abholung, Zustellung und Versand, Container auf einem eigenen Server und ein Deploy über Git.
Gebaut habe ich das als Marketer mit BWL-Studium, neben dem Tagesgeschäft und mit sehr viel Claude. Es funktioniert. Trotzdem hoffe ich, dass du beim ersten Blick die Hände über dem Kopf zusammenschlägst. Dann weißt du nämlich, wie es besser geht. Die Plattform soll deine werden. Du entscheidest, was bleibt, was fliegt und ob wir am Ende alles neu bauen. Ich rede dir da nicht rein. Na gut, ich rede rein. Das letzte Wort hast trotzdem du.
Deine Aufgabe
- Du übernimmst die Technik von staaff, vollständig: Architektur, Werkzeuge, Betrieb und die Entscheidung, was wir selbst bauen und was wir einkaufen.
- Du machst aus einem gewachsenen System eines, das hundert Kunden trägt, ohne dass nachts jemand nachsieht.
- Du bringst neue digitale Mitarbeiter an den Start, zusammen mit den Fachleuten, deren Handwerk in ihnen steckt.
- Du hast das letzte Wort in der Technik. Und die Verantwortung dafür, auch die unangenehme Sorte, die man an keine Abteilung weiterreichen kann.
Dein Profil
- Du bist ein Nerd für KI-Agenten, so wie ich einer für Texte bin. Die Sorte, die abends noch ein Paper liest, weil sie wissen will, ob es die eigene Architektur umwirft.
- Du hast schon Software gebaut, die echte Menschen benutzen, am liebsten mit LLMs, und kannst sie zeigen. Ein Link schlägt bei mir jeden Lebenslauf.
- Auf Tickets wartest du nicht. Wenn etwas brennt, bist du schon dran, bevor ich es merke. Und wenn nichts brennt, baust du trotzdem was, weil dir unter der Dusche eine bessere Idee gekommen ist.
- Widerspruch ist ausdrücklich erwünscht. Begründet und gern laut. Ein Gründer, dem nur zugestimmt wird, redet irgendwann mit seinem Echo.
- Bonus: Du wohnst im Raum Köln oder bist oft genug hier, dass wir regelmäßig an einem Tisch sitzen. Die meisten Kollegen hier sind digital und kommen nie mit zum Mittagessen. Umso mehr zählt, dass es zwischen uns menschlich passt.
Was mir egal ist
- Dein Abschluss. Informatik studiert, Studium abgebrochen, alles selbst beigebracht: Zeig mir, was du gebaut hast.
- Lücken im Lebenslauf. Umwege sind meistens der interessante Teil.
- Ob du Marketing kannst. Das ist mein Thema, da darfst du dich raushalten.
Was du bekommst
- Anteile an staaff. Das ist der eigentliche Hebel hier: Wenn die Wette aufgeht, gehört dir ein Stück einer Firma, die mit wenigen Menschen siebenstellig arbeitet.
- Einen Mitgründer, der nicht bei null anfängt: eine Plattform, die läuft, zahlende Kunden, zwei digitale Mitarbeiter im Dienst und Vertriebspartner, die Termine bringen.
- Mitspracherecht auf Augenhöhe: Ich suche jemanden, mit dem ich dieses Ding hier groß machen kann. Deine Sichtweise und Meinungen sind dabei genauso wichtig wie meine.
- Absolute Freiheit und Eigenverantwortung: Ich möchte, dass du deinen Bereich ownst. Es gibt nur wenige Regeln und Grenzen.
Das Kleingedruckte, extra groß
Das hier ist kein Nebenprojekt. Ich suche jemanden, der ab dem ersten Tag voll dabei ist. Ein Gehalt gibt es, sobald das Geschäft es trägt. Wer ein sicheres Konzerngehalt sucht, findet in Köln bessere Adressen, und ich nehme es niemandem übel. Über Anteile reden wir, sobald klar ist, dass wir miteinander können. Ein Ehevertrag vor dem ersten Kaffee hat selten jemanden glücklich gemacht.
Für wen das nichts ist
- Du willst Aufgaben bekommen. Hier gibt es keine, du musst sie dir nehmen.
- Du willst Demos bauen, die auf der Bühne gut aussehen. Unsere Mitarbeiter müssen montags Arbeit abliefern, für Leute, die dafür bezahlen.
- Du willst erst mal schauen, wie sich das entwickelt. Ich suche jemanden ab sofort und für die nächsten Jahre.
- Du willst, dass jemand anderes die Technik-Entscheidungen trifft. Die triffst hier du, auch die, die wehtun.
So bewirbst du dich
Schreib mir bitte direkt an marvin@staaff.ai, Betreff „Bewerbung: CTO“. Kein Anschreiben, kein „hiermit bewerbe ich mich“. Zwei Dinge reichen:
- Ein Link zu etwas, das du gebaut hast. Gibt es keinen, dann drei Sätze dazu, was es tut und was daran schwer war.
- Welche der fünf Fragen unten dich am meisten juckt, und wie du drangehen würdest.
Danach lernen wir uns fürs erste im Call kennen. Und wenn der erste Eindruck gut ist, setzen wir uns vielleicht mal in Köln zusammen, bei einem Kölsch oder einer Club-Mate (oder was auch immer du gern trinkst)?
Die fünf Fragen
- Wie würdest du messen, ob ein KI-Agent gute Arbeit abgeliefert hat, wenn es kein eindeutiges Richtig gibt?
- Ein KI-Agent soll jede Woche dieselbe Arbeit für hundert Kunden erledigen. Wie baust du das, ohne dass jemand jeden einzelnen Lauf kontrolliert?
- Wie würdest du das Wissen eines Experten einsammeln, damit ein Agent danach arbeiten kann?
- Was würdest du bewusst nicht selbst bauen, weil die Modellanbieter es in einem Jahr mitliefern?
- Das Modell steht allen zur Verfügung. Was macht eine Firma, die darauf aufbaut, trotzdem schwer ersetzbar?
Ich freue mich auf deine Bewerbung.
Cheers,
Marvin