Inhalt ∗ 9 Abschnitte
- 01Was Entscheider an Fachbeiträgen schätzen
- 0242 LinkedIn-Post-Ideen in sieben Themensäulen
- 03Fünf Fundstellen, an denen neue Themen warten
- 04Persönliches Profil oder Unternehmensseite?
- 05Typische Fehler und was statt einer Liste hilft
- 06Welche Säule trägt, misst du selbst
- 07Häufige Fragen
- 08Checkliste: Taugt das Thema?
- 09Quellen
[ KURZ GESAGT ]
Die besten LinkedIn-Post-Ideen für Unternehmen im B2B liegen im eigenen Arbeitsalltag: in Kundenfragen, Einwänden aus dem Vertrieb, Fehlern, Entscheidungen und Zahlen aus dem eigenen Geschäft. Ordnest du sie drei bis fünf festen Themensäulen zu, siehst du schnell, wo der Vorrat dünn wird. Belastbare Daten zählen dabei: Im Bericht 2024 von Edelman und LinkedIn nannten 55 % der befragten Entscheider sie als eines der wichtigsten Merkmale guter Fachbeiträge.[1]
Donnerstag, Vertriebsrunde. Deine Vertriebsleiterin erzählt, dass diese Woche schon der dritte Interessent gefragt hat, ob man die Anlage auch mieten kann. Alle nicken, weiter zum nächsten Punkt. Gerade ist ein LinkedIn-Beitrag durch den Raum gelaufen, und niemand hat ihn aufgehalten.
Meine These: Themen fehlen seltener, als es sich anfühlt. Sie werden nur nicht aufgeschrieben. Hier geht es deshalb um das Worüber: 42 Ideen in sieben Themensäulen, jede mit Beispiel-Einstieg, dazu fünf Fundstellen für neue Themen und die Frage, was aufs persönliche Profil gehört und was auf die Unternehmensseite. Wie du aus einem Thema einen Beitrag baust, steht in LinkedIn-Beiträge schreiben, wie die erste Zeile sitzt, in LinkedIn-Hooks: Beispiele für B2B.
[ AUS DER PRAXIS ]
In fast fünf Jahren als LinkedIn-Ghostwriter für Gründer sind Zusammenarbeiten auch daran gescheitert, dass die Themen ausgingen. Erfinden war nie der Ausweg, das ist beim Ghostwriting meine feste Grenze. Es bleibt nur ein Vorrat aus echten Erlebnissen, der schneller wächst, als du ihn verbrauchst.
∗ Erfahrungswert aus Marvins Projekten, keine öffentliche Quelle
Was Entscheider an Fachbeiträgen schätzen
Für den Bericht 2024 von Edelman und LinkedIn wurden 3.484 Führungskräfte aus sieben Märkten befragt, darunter Deutschland, vom 30. November bis 14. Dezember 2023.[2] Drei Merkmale der besten Fachbeiträge hebt der Bericht hervor, in Klammern der Anteil der Entscheider:[2]
- Belastbare Recherche und Daten (55 %). Meinung darf sein, sie soll aber auf prüfbaren Fakten stehen.
- Herausforderungen und Chancen der Leser (44 %). Gesucht ist eine neue Sicht auf das eigene Geschäft.
- Konkrete Anleitung und Fallbeispiele (43 %). Leser wollen wissen, was sie tun sollen.
70 %
Das sollte jeden Anbieter wach machen. Wer klug über den Markt seiner Kunden schreibt, wird auch von den Kunden anderer gelesen. Umgekehrt leider genauso.
Die Einschränkung: Das ist eine Befragung, und LinkedIn verkauft Werbung an B2B-Firmen. Befragt wurden nur LinkedIn-Mitglieder, auch in Deutschland auf Englisch. Die Zahlen zeigen, was Entscheider über sich sagen, nicht, was sie tun. Als Kompass reicht mir die Befragung trotzdem: Daten, Einordnung und Praxis schlagen die Pressemitteilung mit Gruppenfoto.
42 LinkedIn-Post-Ideen in sieben Themensäulen
Content Pillars, auf Deutsch Themensäulen, sind die wenigen festen Themen, zu denen du immer wieder schreibst. Der Softwareanbieter Sprout Social rät zu etwa drei bis fünf gleichzeitig, ohne eine Messung dahinter zu nennen.[3] Die sieben Säulen hier sind ein Angebot: Nimm die drei bis fünf, die zu deinem Geschäft passen.
Die Beispiel-Einstiege sind für ausgedachte Firmen formuliert, keine echten Beiträge. Wo eine Geschäftszahl stehen muss, steht ein Platzhalter. „Profil“ heißt dein persönliches Profil, „Seite“ die Unternehmensseite.
1. Kundenfragen
Jede Frage, die du zweimal beantwortet hast, ist ein Beitrag.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Die häufigste Frage im Erstgespräch | „Fast jedes Erstgespräch beginnt mit derselben Frage. Hier ist meine Antwort.“ | beides |
| Die Frage, die zu spät kommt | „Diese Frage stellen Kunden meistens in Woche sechs. Sie gehört in die erste Stunde.“ | Profil |
| Die Frage hinter der Frage | „‚Wie schnell könnt ihr liefern?‘ heißt fast immer: Kann ich mich auf euch verlassen?“ | Profil |
| Der Fachbegriff, den niemand erklärt | „Wir sagen ‚Abnahme‘. Unsere Kunden hören ‚fertig‘. Genau da beginnt der Ärger.“ | beides |
| Die Vergleichsfrage | „Kaufen oder mieten? Die Antwort hängt an einer Zahl, und die kennst nur du.“ | beides |
| Die Checkliste für Kunden | „Diese Checkliste bekommt jeder Kunde vor Projektstart. Ab heute bekommst du sie auch.“ | Seite |
2. Einwände aus dem Vertrieb
Was Interessenten sagen, denkt ein Teil deines Marktes still mit. Fair beantwortet heißt: Wo der Einwand stimmt, sagst du das.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| „Zu teuer“ | „‚Zu teuer‘ hörten wir dieses Quartal [Anzahl]-mal. Dahinter steckten drei verschiedene Gründe.“ | Profil |
| „Machen wir selbst“ | „‚Das machen wir intern.‘ In zwei Fällen würde ich das an deiner Stelle auch tun.“ | Profil |
| „Falscher Zeitpunkt“ | „Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein neues ERP-System? Laut unseren Interessenten: nie.“ | Profil |
| „Wir haben schon einen Anbieter“ | „Du bist mit deinem Dienstleister zufrieden? Diese drei Fragen würde ich ihm trotzdem stellen.“ | beides |
| „Bei uns ist das anders“ | „‚Bei uns ist das anders.‘ Stimmt oft. In zwei Fällen stimmt es fast nie.“ | Profil |
| Die Angst vor dem Wechsel | „Der teuerste Teil eines Anbieterwechsels steht auf keiner Rechnung.“ | beides |
3. Fehler und Lektionen
Was schiefging, was es gekostet hat, was ihr seitdem anders macht. Meistens Profil, weil ein Mensch dafür geradesteht.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Das Projekt, das ihr heute ablehnen würdet | „Dieses Projekt haben wir vor zwei Jahren angenommen. Heute würden wir im Erstgespräch absagen.“ | Profil |
| Die ungeregelte Vertretung | „Ich war zwei Wochen im Urlaub, und niemand wusste, wo die Zugänge zum Kundenportal liegen. Das regeln wir seitdem anders.“ | Profil |
| Die Reklamation, die etwas verändert hat | „Die Reklamation kam freitags um 16 Uhr. Seitdem prüfen wir jede Lieferung anders.“ | beides |
| Der verlorene Auftrag | „Den Auftrag bekam ein Wettbewerber, der [Anzahl] Prozent teurer war. Das hat mich eine Woche beschäftigt.“ | Profil |
| Die Software, die keiner nutzt | „[Betrag] € für eine Software, die nach drei Monaten niemand mehr öffnet. Was wir daraus gelernt haben.“ | Profil |
| Die falsche Annahme über Kunden | „Wir dachten, unsere Kunden wollen schneller beliefert werden. Sie wollten pünktlich beliefert werden.“ | beides |
4. Entscheidungen
Mit Begründung werden deine Entscheidungen zu Beiträgen, die kein Wettbewerber kopieren kann.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Die Leistung, die ihr einstellt | „Ab Januar bieten wir [Leistung] nicht mehr an. Der Grund ist unbequem, aber ehrlich.“ | beides |
| Die Untergrenze für Aufträge | „Aufträge unter [Betrag] € nehmen wir nicht mehr an. Mit Geld hat das wenig zu tun.“ | Profil |
| Preise offen zeigen | „Seit diesem Monat stehen unsere Preise auf der Website. Intern haben wir zwei Monate gestritten.“ | beides |
| Die Investition, die kein Kunde sieht | „Wir haben [Betrag] € in etwas gesteckt, das kein Kunde je zu Gesicht bekommt.“ | Profil |
| Die neue Regel im Team | „Seit Juli verlässt kein Angebot das Haus, das nicht ein zweiter Kollege gelesen hat.“ | beides |
| Die Entscheidung, die ihr zurücknehmt | „Vor einem Jahr habe ich hier [Vorhaben] angekündigt. Inzwischen haben wir es abgeschafft.“ | Profil |
5. Zahlen aus dem eigenen Geschäft
Hier greift das meistgenannte der drei Merkmale, Daten, und deine eigenen hat sonst niemand. Nimm nur Zahlen, die du belegen und zeigen darfst. Prozente verraten weniger als Beträge.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Die Kennzahl im Jahresvergleich | „Unsere Reaktionszeit im Service: vor einem Jahr [Anzahl] Stunden, heute [Anzahl]. Das haben wir geändert.“ | beides |
| Die Auswertung eurer Anfragen | „Ich habe unsere letzten [Anzahl] Anfragen gelesen. In [Anzahl] stand dasselbe Problem im ersten Satz.“ | Profil |
| Was ein typischer Fehler kostet | „Ein Tag Stillstand kostet einen Betrieb wie den unserer Kunden rund [Betrag] €. So rechnen wir.“ | beides |
| Die unsichtbare Arbeit | „In einem Angebot von uns stecken [Anzahl] Stunden. Die meisten sieht der Kunde nie.“ | beides |
| Die Mini-Umfrage | „Wir haben [Anzahl] Kunden gefragt, was sie an uns am meisten nervt. Platz 1: [Antwort].“ | beides |
| Der Anteil treuer Kunden | „[Anzahl] Prozent unseres Umsatzes kommen von Kunden, die seit über fünf Jahren bleiben. Darauf bin ich stolz.“ | Profil |
6. Markt und Einordnung
Du musst eine Nachricht nicht als Erster bringen. Es reicht, sie als Erster verständlich zu machen.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Die Branchennachricht | „Seit gestern steht in allen Fachmedien: [Nachricht]. Für Betriebe unter 100 Leuten heißt das vor allem eins.“ | beides |
| Die neue Pflicht mit Stichtag | „Ab [Datum] gilt [Regel]. Diese drei Dinge würde ich bis dahin prüfen.“ | beides |
| Der Branchenmythos | „In unserer Branche hält sich seit Jahren ein Satz: [Mythos]. Unsere Projektdaten sagen etwas anderes.“ | Profil |
| Das Messethema | „Drei Tage Messe, [Anzahl] Gespräche. Ein Thema kam fast überall vor und stand auf keinem Stand.“ | Profil |
| Die Prognose | „Meine Prognose für die nächsten zwei Jahre: [These]. Miss mich in zwei Jahren daran.“ | Profil |
| Die Studie mit Widerspruch | „Eine Studie, die jeder in unserer Branche lesen sollte, und die eine Zahl darin, die ich anders sehe.“ | beides |
7. Menschen und Arbeitsweise
Der Blick hinter die Kulissen zeigt Bewerbern, wie ihr arbeitet, und Kunden, wer ihr Problem löst. Hier ist die Unternehmensseite stark.
| Idee | Beispiel-Einstieg | Passt auf |
|---|---|---|
| Der Schritt, den Kunden nie sehen | „Bevor eine Lieferung bei dir ankommt, geht sie durch [Anzahl] Hände. Die wichtigsten stellen wir vor.“ | Seite |
| Die Kollegin mit dem Wissen | „Wenn es bei uns brennt, rufen alle Jana an. Heute erklärt sie, warum es meistens gar nicht brennt.“ | Seite |
| Das andere Bewerbungsgespräch | „Die Frage nach Stärken und Schwächen haben wir gestrichen. Diese stellen wir stattdessen.“ | Seite |
| Der Ablauf, der Zeit spart | „Unser nützlichstes Werkzeug im Büro hat keinen Stecker: das Whiteboard neben der Kaffeemaschine.“ | Seite |
| Die Aufgabe, die du abgibst | „Ich bin seit [Anzahl] Jahren Geschäftsführer. Diese Aufgabe gebe ich als Nächstes ab.“ | Profil |
| Ein ganz normaler Dienstag | „Was ich als Geschäftsführer dienstags wirklich tue. Wenig davon steht in meiner Stellenbeschreibung.“ | Profil |
Fünf Fundstellen, an denen neue Themen warten
Eine Liste reicht für ein paar Wochen, dann brauchst du Nachschub. Im B2B empfehle ich 3 bis 5 Beiträge pro Woche, das sind rund 13 bis 22 Themen im Monat (3 oder 5 Beiträge mal 52 Wochen, geteilt durch 12). Wer die jeden Sonntagabend neu erfindet, hat irgendwann keine Sonntage mehr. Dabei entstehen sie sowieso, du musst sie nur abholen: Für den Newsletter gibt es eine eigene Liste: Newsletter-Ideen für B2B.
- Postfach und Service liefern Kundenfragen. Such in den Mails der letzten drei Monate nach „kurze Frage“. Was öfter als zweimal auftaucht, kommt auf die Liste.
- Der Vertrieb liefert Einwände. Frag jede Woche: Welcher Satz hat ein Gespräch gebremst? Hat euer CRM ein Feld für Verlustgründe, stehen die Einwände dort schon sortiert.
- Reklamationen liefern Fehler. Jede Reklamation hat eine Ursache und eine Änderung. Die Änderung ist der Beitrag.
- Der Kalender liefert Entscheidungen. Jeder Termin der letzten zwei Wochen, nach dem etwas anders war als vorher, ist ein Kandidat.
- Das Controlling liefert Zahlen. Frag, welche Kennzahl sich zuletzt am stärksten bewegt hat, und kläre, ob du sie zeigen darfst.
Und dann sind da die Kollegen. Fachwissen sitzt oft in Service, Technik und Vertrieb, beteiligt werden diese Leute kaum: 37 % der vom Content Marketing Institute befragten B2B-Marketer sagen, bei ihnen beteiligten sich weniger als 5 % der Mitarbeitenden mit Fachwissen aktiv an Fachbeiträgen.[4] Die Befragten sitzen überwiegend in Nordamerika, für den Mittelstand fehlt eine vergleichbare Zahl. Ich würde nicht wetten, dass sie besser ausfällt.
Damit aus den Fundstellen ein Vorrat wird, hilft ein fester Termin pro Woche. Die Vorlage dafür:
WOCHE: KW ..
KUNDENFRAGE: Welche Frage kam diese Woche mehr als einmal?
EINWAND: Welcher Satz hat ein Verkaufsgespräch gebremst?
FEHLER: Was ging schief, und was ändern wir deshalb?
ENTSCHEIDUNG: Was haben wir entschieden, das Kunden betrifft?
ZAHL: Welche Zahl hat sich bewegt, und darf ich sie zeigen?
MARKT: Welche Nachricht betrifft unsere Kunden, und was halte ich davon?
MENSCHEN: Wer im Team hat etwas gelöst, das Kunden nie sehen?
AUSWAHL: Hinter welchen drei bis fünf Einträgen steckt eine echte Erfahrung?
SÄULE: Zu welcher Säule gehören sie? Fehlt eine seit Wochen?
KANAL: Profil oder Unternehmensseite?
DARF ICH DAS: Kunde, Kollegin oder Geschäftsleitung gefragt?Sieben Felder pro Woche ergeben bis zu rund 30 Kandidaten im Monat (7 mal 52, geteilt durch 12) für 13 bis 22 Beiträge. Bei drei Beiträgen pro Woche darfst du streng aussortieren. Bei fünf wird es knapp. Dann hilft, dass ein Erlebnis oft mehr als einen Beitrag trägt: Die Kundenfrage vom Montag ist heute eine Antwort, in einem Monat die Geschichte des Fehlers dahinter und im Quartal eine Zahl, nämlich wie oft sie kam. Was du auswählst, wandert in deinen LinkedIn-Redaktionsplan.
Persönliches Profil oder Unternehmensseite?
Beides, mit verschiedenen Aufgaben. Die Unternehmensseite spricht als „wir“: Neuigkeiten, Stellen, Termine, Blick hinter die Kulissen. Das Profil spricht als „ich“ und trägt Meinung, Einwände, Fehler und Entscheidungen. Einem Unternehmen nimmt man ein „Ich lag falsch“ schwer ab. Einem Menschen schon.
rund 6 %
Drei Einschränkungen: Herausgeber ist die Kommunikationsagentur In A Nutshell, zusammen mit der LMU München, gemessen wurden nur die Profile der CEOs, und eine Interaktion ist noch kein Kunde. Laut derselben Studie ist außerdem nur rund jedes vierte mittelständische Unternehmen mit eigenem Konto auf LinkedIn aktiv.[5] Eine gepflegte Unternehmensseite fällt im Mittelstand also schon fast auf.
| Merkmal | Persönliches Profil | Unternehmensseite |
|---|---|---|
| Wer spricht? | ein Mensch mit Namen | das Unternehmen |
| Stärkste Säulen | Einwände, Fehler, Entscheidungen, Markt | Kundenfragen, Menschen, Neuigkeiten |
| Interaktion im Mittelstand | rund 6 % bei CEOs | etwa halb so viel |
| Wenn die Person geht | gehen die Follower mit | bleiben die Follower |
Tabelle: Interaktionsraten laut Mittelstandsstudie von März 2024, der Rest ist meine Einordnung, Stand 24.9.2026.
Die letzte Zeile spricht für die Unternehmensseite und gegen einen einzigen Kopf. Wie ihr zwei bis vier Köpfe sichtbar macht, steht in Corporate-Influencer-Programm im Mittelstand.
Für Unternehmensseiten empfiehlt LinkedIn eine 4-1-1-Regel: Auf jeden eigenen Inhalt kommen ein Beitrag aus einer anderen Quelle und vier Inhalte, die andere geschrieben haben.[6] Ob die Regel wirkt, belegt LinkedIn nicht. Die Richtung stimmt trotzdem, denn eine Seite, die nur über sich spricht, ist ein Prospekt mit Follower-Zähler. Im selben Ratgeber begründet LinkedIn, warum Seiten ihre Führungskräfte zeigen sollen:
Menschen kaufen von Menschen, nicht von Unternehmen.
Typische Fehler und was statt einer Liste hilft
- Die Liste abarbeiten. Diese 42 Ideen findet jeder, der danach sucht. Wer sie der Reihe nach postet, klingt wie alle anderen. Nimm jede Idee als Frage an deinen Alltag.
- Ein Thema ohne Erlebnis. Fällt dir zu einer Idee nichts Echtes ein, lass sie aus, auch wenn der Plan eine Lücke hat. LinkedIn verbietet in seinen Community-Richtlinien ohnehin irreführende Angaben über dein Unternehmen, deine Berufserfahrung oder deine Erfolge.[7]
- Interna ausplaudern. Kundennamen, Preise einzelner Kunden, Zahlen aus Verträgen: erst fragen, dann posten. Was rechtlich erlaubt ist, beantworte ich nicht, das hier ist keine Rechtsberatung.
- Nur über sich selbst reden. Selbst LinkedIn schreibt Unternehmensseiten ins Stammbuch, nicht jeder Beitrag solle vom eigenen Geschäft oder Produkt handeln.[6]
- Jedem Trend hinterherlaufen. Eine Branchennachricht lohnt sich nur, wenn du eine Meinung dazu hast.
Manchmal hilft auch keine Liste der Welt. Sind deine Kunden nicht auf LinkedIn, such dir einen anderen Kanal. Fehlt dir eher die Zeit als das Thema, rechnet LinkedIn für Geschäftsführer ehrlich vor, wie viel Zeit du brauchst. Fehlt dir beides, Zeit und Themen: Lena schlägt doppelt so viele Themen vor, wie Beiträge erscheinen sollen, schreibt nur, was du auswählst, und dein Aufwand liegt bei rund 20 bis 30 Minuten pro Woche je Account. So arbeitet Lena. Und wenn du zu deinem Fach gerade wirklich nichts zu sagen hast, ist Schweigen die beste Säule.
Welche Säule trägt, misst du selbst
Belegt ist: Entscheider sagen, dass sie Daten, Einordnung und Praxis schätzen, und CEOs im Mittelstand bekamen laut Mittelstandsstudie etwa doppelt so viel Interaktion wie Unternehmensseiten. Welche Säule in deinem Markt die meisten Gespräche bringt, dazu gibt es für den deutschsprachigen B2B-Raum keine belastbaren Zahlen: Edelman fragt, was Entscheider schätzen, die Mittelstandsstudie misst Interaktionen, keine Aufträge. Was du tun kannst: Ordne acht Wochen lang jeden Beitrag einer Säule zu und notier, nach welchen Beiträgen dich Kunden, Interessenten oder Bewerber ansprechen. Likes zählen nicht. Danach weißt du über deinen Markt mehr als ich.
[ FRAGEN FÜR DICH ]
- Welcher Einwand kostet euch gerade die meisten Aufträge?
- Welche Entscheidung der letzten Wochen würdest du einem Kunden gern erklären?
- Welche drei der sieben Säulen könntest du ein Jahr lang füllen?
- Wer in deinem Team weiß Dinge, die Kunden nie zu hören bekommen?
Häufige Fragen
Was kann man als Unternehmen auf LinkedIn posten?
Alles, was Kunden hilft, ihr eigenes Geschäft besser zu verstehen: Antworten auf Kundenfragen, Einordnung von Branchennachrichten, Zahlen aus der eigenen Arbeit, Einblicke hinter die Kulissen. LinkedIn rät Unternehmensseiten sogar zu mehr fremden als eigenen Inhalten. Meinung, Fehler und Entscheidungen gehören eher aufs Profil: Bei CEOs im Mittelstand war die Interaktion laut einer Studie von März 2024 etwa doppelt so hoch wie bei Unternehmensseiten.
Wie viele Content Pillars brauche ich für LinkedIn?
Drei bis fünf sind ein guter Start, so rät es auch der Softwareanbieter Sprout Social, allerdings ohne Messung. Meine Einschätzung: Mit weniger als drei wird es schnell eintönig, mit mehr als fünf verwässert, wofür du stehst. Wichtiger als die Zahl ist, dass jede Säule eng genug ist, um dir am Montagmorgen ein konkretes Thema zu liefern.
Darf ich über Kunden und Projekte posten?
Meine Faustregel: erst fragen, das kostet eine Mail. Ohne Zustimmung höchstens so, dass niemand den Kunden erkennt, also kein Name, keine Firma, kein verräterisches Detail. Manche Verträge schließen selbst das aus. Was dein Vertrag oder das Datenschutzrecht im Einzelfall erlaubt, ist eine Rechtsfrage. Ich bin kein Anwalt, das hier ist keine Rechtsberatung.
Was poste ich, wenn gerade nichts Neues passiert?
Etwas, das nicht von Neuigkeiten abhängt. Kundenfragen, Einwände und Fachbegriffe bleiben aktuell, solange Kunden sie stellen. Wer nur über Neuigkeiten schreibt, hat in ruhigen Wochen nichts zu sagen. Wer Kundenfragen sammelt, hat in ruhigen Wochen endlich Zeit, sie zu beantworten.
Checkliste: Taugt das Thema?
Prüf die Idee gegen diese Punkte, bevor du schreibst:
- Erlebnis echt: selbst erlebt, entschieden oder gemessen
- Leser klar: Du weißt, wem das Thema hilft
- Säule gefunden: passt in eine deiner drei bis fünf Säulen
- Wiederholung geprüft: in den letzten Wochen nicht schon erzählt
- Freigabe geklärt: Kunde, Kollegin oder Geschäftsleitung gefragt, wo nötig
- Kanal gewählt: Profil oder Unternehmensseite
[ BEI STAAFF ]
Wenn dir die Themen trotzdem ausgehen: Lena, unsere KI-Mitarbeiterin, schlägt doppelt so viele Themen vor, wie Beiträge erscheinen sollen, und schreibt nur, was du auswählst. Ohne deine Freigabe erscheint nichts.
Quellen
[ ZULETZT GEPRÜFT AM 24. SEPTEMBER 2026 ]
- LinkedIn Marketing Solutions, Tusar Barik, Reach Beyond The Ready: B2B Thought Leadership Research From LinkedIn and Edelman, 29.2.2024, zum 2024 B2B Thought Leadership Impact Report von Edelman und LinkedIn. Anbieterdaten, LinkedIn verkauft Werbung an B2B-Firmen. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- Edelman und LinkedIn, 2024 B2B Thought Leadership Impact Report, Februar 2024, S. 6 (Methode: 3.484 Führungskräfte, online über LinkedIn unter LinkedIn-Mitgliedern befragt, alle auf Englisch, 30.11. bis 14.12.2023, sieben Märkte: USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Singapur, Australien, Indien), S. 18 (70 %) und S. 30 (55, 44 und 43 %). Primärstudie, LinkedIn verkauft Werbung an B2B-Firmen. Edelman sperrt den direkten Abruf, gelesen in der Kopie des Internet Archive vom 27.8.2026. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- Sprout Social, Rebecca MacFarlane, A Guide to Social Media Content Pillars, 21.4.2026. Anbieterdaten, Sprout Social verkauft Software für soziale Netzwerke. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- Content Marketing Institute, Robert Rose, B2B Content and Marketing Trends: Insights for 2026, 8.10.2025, Befragung von 1.015 B2B-Marketern vom 24.6. bis 14.8.2025, überwiegend aus Nordamerika, mit MarketingProfs, gesponsert von Storyblok. Primärstudie. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- In A Nutshell mit der LMU München und Die Deutsche Wirtschaft, Studie: Nur jede:r neunte CEO im Mittelstand nutzt LinkedIn, März 2024, über 1.000 analysierte Mittelständler aus einer Datenbasis von über 20.000 Unternehmen, „aktiv“ heißt bei CEOs mindestens drei Beiträge in zwölf Monaten, für Unternehmensseiten nennt die Mitteilung keine Definition, den Zeitraum der Erhebung auch nicht. Primärstudie, Herausgeber ist eine Kommunikationsagentur. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- LinkedIn Marketing Blog, Tequia Burt, 15 Inspiring Content Ideas for Your LinkedIn Page, 5.7.2024. Anbieterdaten, LinkedIn verkauft Werbung und nennt für seine Empfehlungen keine Methode. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
- LinkedIn, Professional Community Policies. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
[ SO IST DIESER TEXT ENTSTANDEN ]
Recherche und Entwurf mit KI-Unterstützung, Zahlen und Quellen geprüft, Erfahrungswerte von Marvin Linxweiler.