Blog ∗ Schreiben ∗ 15 Min. Lesezeit

LinkedIn-Redaktionsplan: Vorlage zum Kopieren und ein Beispiel für vier Wochen

Von Marvin Linxweiler ∗

Inhalt ∗ 12 Abschnitte
  1. 01Die Vorlage zum Kopieren
  2. 02Was ein Redaktionsplan ist und was nicht
  3. 03So füllst du den Plan in sechs Schritten
  4. 04Beispiel: vier Wochen für zwei Accounts
  5. 05Wie viel Vorlauf brauchst du?
  6. 06Wer macht was?
  7. 07Tabelle, Notion, Kalender oder Planungswerkzeug?
  8. 08So hältst du den Plan durch
  9. 09Für wen sich ein Redaktionsplan lohnt
  10. 10Häufige Fragen
  11. 11Checkliste: Ist dein Plan startklar?
  12. 12Quellen

[ KURZ GESAGT ]

Ein LinkedIn-Redaktionsplan kommt mit sieben Spalten aus: Datum, Account, Themenfeld, Thema, Format, Status und Freigabe. Die Vorlage zum Kopieren ist in wenigen Minuten in Excel oder Google Tabellen eingefügt. Als Faustregel planst du Themen zwei bis vier Wochen voraus, fertige Entwürfe eine Woche, und freigegeben wird einmal pro Woche zu einem festen Termin. LinkedIn selbst lässt Beiträge 10 Minuten bis 3 Monate im Voraus einplanen.[1]

Dieser Plan funktioniert mit jedem, der schreibt: mit dir selbst, mit jemandem im Team, einem Freelancer, einer Agentur oder mit Lena, unserer LinkedIn-Ghostwriterin.

Sonntag, 21:40 Uhr. Diese Woche wolltest du dreimal posten. Bisher steht da: nichts. Irgendwo auf deinem Rechner liegt eine Datei namens „Posting_final_v2.xlsx“. 23 Spalten, liebevoll eingefärbt, letzter Eintrag im März.

An der Datei lag es nie. Ein Plan, der mehr Pflege braucht als die Beiträge selbst, hat schlechte Karten. Hier kommt die schlanke Version: sieben Spalten, ein Beispiel für vier Wochen und die Frage, wer was macht.

Die Vorlage zum Kopieren

Eine Zeile ist ein Beitrag. Die Legende unter den Zeilen kannst du nach dem Einfügen löschen oder als Merkzettel stehen lassen.

[ VORLAGE ∗ LINKEDIN-REDAKTIONSPLAN ]
Datum    | Account | Themenfeld | Thema | Format | Status | Freigabe bis
Di 6.10. |         |            |       |        | Idee   | Mo 28.9., 10 Uhr
Mi 7.10. |         |            |       |        | Idee   | Mo 28.9., 10 Uhr
Do 8.10. |         |            |       |        | Idee   | Mo 28.9., 10 Uhr

Account:    wer postet, also welche Person
Themenfeld: eins von 3 bis 4 festen Feldern aus deiner Content-Strategie
Thema:      Arbeitstitel und Kernaussage in einem Satz
Format:     Text ∗ Text mit Bild ∗ Dokument (PDF) ∗ Video
Status:     Idee ∗ Entwurf ∗ Zur Freigabe ∗ Freigegeben ∗ Eingeplant ∗ Veröffentlicht
Freigabe:   ein fester Termin pro Woche, eine Woche vor dem ersten Beitrag der Woche

So wird daraus eine echte Tabelle:

  • Google Tabellen: Text einfügen, dann „Daten“ und „Text in Spalten aufteilen“ wählen und als Trennzeichen den senkrechten Strich festlegen. Überzählige Leerzeichen entfernst du über „Daten“, „Datenbereinigung“, „Leerzeichen entfernen“.[2]
  • Excel: Text einfügen, die Spalte markieren, dann „Daten“, „Text in Spalten“ und „Durch Trennzeichen getrennt“ wählen und unter „Andere“ den senkrechten Strich eintragen.[3] Die übrigen Leerzeichen vor und hinter dem Text entfernt die Funktion GLÄTTEN in einer Hilfsspalte.[4]

Planst du die Unternehmensseite mit, bekommt sie eigene Zeilen. Mehr Spalten? Höchstens drei: „Erfahrung dazu“ für das Erlebnis hinter dem Beitrag, „Link zum Entwurf“ und „Resonanz“ nach dem Posten. Jede weitere Spalte will jede Woche gepflegt werden.

Was ein Redaktionsplan ist und was nicht

Ein Redaktionsplan ist eine Übersicht, die festlegt, welcher Beitrag zu welchem Thema wann auf welchem Kanal erscheint und wer ihn freigibt. Er beantwortet „was, wann, wer“. Die Frage „wozu und worüber überhaupt“ beantwortet vorher die Content-Strategie. Wie du die auf einer Seite festhältst, steht in Content-Strategie für B2B entwickeln.

Was ein Redaktionsplan nicht ist:

  • Kein Themenspeicher. Ideen sammelst du in einer eigenen Liste. In den Plan kommt nur, was einen Termin bekommt.
  • Kein Jahresplan. Was du im Januar für Oktober festlegst, ist im Oktober meistens alt.
  • Kein Schreibwerkzeug. Er zeigt dir die Lücke. Füllen musst du sie trotzdem.

Dazu kursieren ein paar Behauptungen:

BehauptungStandBeleg
Wer plant, hat mehr ErfolgAnbieterdaten331 % häufiger Erfolg gemeldet, Selbstauskunft von 515 Marketern, erhoben bis Ende 2021, CoSchedule verkauft Planungssoftware[5]
Regelmäßig posten bringt mehr Interaktionen je BeitragKorrelationim Median fünfmal so viele bei über 100.000 Buffer-Nutzern, alle Plattformen zusammen, veröffentlicht 2025[6]
Eingeplante Beiträge lassen sich nicht mehr ändernunbelegtlaut LinkedIn-Hilfe kannst du sie bearbeiten, verschieben und löschen[1]
LinkedIn zeigt eingeplante Beiträge schlechter anunbelegtkeine Aussage von LinkedIn gefunden, nur Anbieterblogs, die sich widersprechen

Tabelle: Stand 24.9.2026, Quellen unten.

Die beiden oberen Zahlen sind hübsch und wackelig: Wer plant und regelmäßig postet, ist vermutlich auch sonst organisierter oder hat die besseren Themen. Ursache und Wirkung trennt keine der Auswertungen, und Buffer weist LinkedIn nicht einzeln aus. Sinnvoll ist ein Plan trotzdem, aus einem schlichteren Grund: Er zeigt dir, was fehlt, bevor es fehlt.

So füllst du den Plan in sechs Schritten

1. Leg den Takt fest

Wie viele Beiträge pro Woche und Account? Im B2B empfehle ich aus meiner Praxis 3 bis 5 Beiträge pro Woche. Zum Start ist die untere Grenze klüger. Ein Takt, den du ein halbes Jahr hältst, schlägt jeden, den du nach drei Wochen aufgibst. Was Ratgeber und Daten zur Frequenz sagen, steht in Wie oft auf LinkedIn posten?

Beispiel: Der Geschäftsführer postet dreimal pro Woche, die Projektleiterin fängt mit einem Beitrag pro Woche an.

2. Trag die Themenfelder ein

Drei bis vier feste Themenfelder, deine Themensäulen. Sprout Social, ein Anbieter von Software für soziale Netzwerke, empfiehlt als Faustregel drei bis fünf, eine Messung nennt er dafür nicht.[7] Jeder Beitrag bekommt genau ein Feld. So fällt dir auf, wenn drei Wochen lang nur eins vorkommt.

Beispiel: Sanieren im Betrieb ∗ Fehler aus Projekten ∗ Technik verständlich ∗ Blick ins Büro.

3. Sammle mehr Themen, als du Plätze hast

Leg einen Themenspeicher an, am einfachsten als zweites Blatt in derselben Datei. Dort landen Kundenfragen aus dem Vertrieb, Fehler aus Projekten, Entscheidungen und Einwände. Hast du für jeden Platz zwei Themen zur Wahl, musst du nur noch auswählen. Das geht schneller als Erfinden. Wo solche Themen im Alltag stecken, zeigen die LinkedIn-Post-Ideen für Unternehmen.

Beispiel: Für 16 Plätze im Monat liegen 32 Themen bereit. Die Hälfte wartet oder fliegt raus.

4. Verteil die Formate

Text ist der Normalfall, dazu kommen Beiträge mit Bild, Videos und Dokumente. Dokumente nimmt LinkedIn als PDF, PowerPoint oder Word an, bis 100 MB und 300 Seiten.[8] Im Feed blättert man sie durch, deshalb heißen sie oft Karussell. Plane Formate nach Aufwand: Ein Video braucht Dreh und Schnitt, also bekommt es mehr Vorlauf als ein Textbeitrag.

Beispiel: Pro Woche zwei reine Textbeiträge, dazu ein bis zwei mit Bild, Dokument oder Video.

5. Setz Termine und einen Freigabetermin

Jede Zeile bekommt ein Datum, jede Woche genau einen Freigabetermin mit Uhrzeit. Wie so ein Termin auch mit wenig Zeit funktioniert, steht in Freigabe ist kein Flaschenhals.

Beispiel: Die Beiträge für KW 42 gibt der Geschäftsführer am Montag der KW 41 um 10 Uhr frei.

6. Pfleg den Status

Nach dem Datum ist der Status die wichtigste Spalte. Sechs Stufen reichen: Idee, Entwurf, Zur Freigabe, Freigegeben, Eingeplant, Veröffentlicht. Ein Blick auf die Spalte zeigt dir, wo es hängt.

Beispiel: Steht bei drei Zeilen seit zehn Tagen „Zur Freigabe“, liegt das Problem woanders als beim Schreiben.

Beispiel: vier Wochen für zwei Accounts

So könnte der Plan für das ausgedachte Ingenieurbüro für Gebäudetechnik aussehen, dessen Content-Strategie ich im Artikel zur Content-Strategie durchgespielt habe. 40 Leute, Kunden sind Kliniken, sichtbar werden sollen der Geschäftsführer (GF) und eine Projektleiterin (PL). Der Stand ist Montag, 5. Oktober, kurz vor dem Freigabetermin.

DatumAccountThemenfeldThemaFormatStatusFreigabe bis
Di 6.10.GFSanieren im BetriebLüftung tauschen bei laufender StationText mit BildEingeplantMo 28.9.
Mi 7.10.GFTechnik verständlichRedundante Stromversorgung im OPDokument (PDF)EingeplantMo 28.9.
Do 8.10.GFFehler aus ProjektenRichtiger Plan, falscher ZeitpunktTextEingeplantMo 28.9.
Do 8.10.PLBlick ins BüroMein erster Monat auf einer KlinikbaustelleTextEingeplantMo 28.9.
Di 13.10.GFTechnik verständlichDrei Fragen vor jeder AusschreibungDokument (PDF)Zur FreigabeMo 5.10.
Mi 14.10.GFSanieren im BetriebNachtschicht: was Lärmschutz im Krankenhaus kostetTextZur FreigabeMo 5.10.
Do 15.10.GFBlick ins BüroWarum wir jede Planung zweimal lesenText mit BildZur FreigabeMo 5.10.
Do 15.10.PLFehler aus ProjektenDie Leitung, die in keinem Plan standTextZur FreigabeMo 5.10.
Di 20.10.GFFehler aus ProjektenWas ein Monat Verzug eine Klinik kostetTextEntwurfMo 12.10.
Mi 21.10.GFTechnik verständlichWärmepumpe im Bestand: wann ja, wann neinVideoEntwurfMo 12.10.
Do 22.10.GFSanieren im BetriebKundenfrage: Wie lange fällt das Wasser aus?TextEntwurfMo 12.10.
Do 22.10.PLTechnik verständlichBrandschutz im Bestand auf fünf SeitenDokument (PDF)EntwurfMo 12.10.
Di 27.10.GFBlick ins BüroWie wir neue Projektleitungen einarbeitenTextIdeeMo 19.10.
Mi 28.10.GFoffenfrei für AktuellesoffenIdeeMo 19.10.
Do 29.10.GFFehler aus ProjektenEin Angebot, das wir zurückgezogen habenTextIdeeMo 19.10.
Do 29.10.PLSanieren im BetriebEine Woche Baustelle in BildernText mit BildIdeeMo 19.10.

Tabelle: ausgedachtes Beispiel, Stand Montag 5.10.2026 vor dem Freigabetermin, GF steht für Geschäftsführer, PL für Projektleiterin.

Drei Dinge lohnt der zweite Blick:

  • Der Status läuft wie eine Treppe. Die laufende Woche ist eingeplant, die nächste liegt heute zur Freigabe, die übernächste ist im Entwurf, die vierte erst Idee. So sieht eine Woche Vorlauf aus.
  • Ein Platz ist frei. Am Mittwoch der KW 44 wartet eine Lücke auf das, was in der Woche passiert.
  • Kein Themenfeld dominiert. Jedes kommt drei- bis viermal vor, die Formate wechseln.

Vage oder brauchbar, der Unterschied in der Spalte „Thema“:

VageBrauchbar
LärmschutzNachtschicht: was Lärmschutz im Krankenhaus kostet
Irgendwas zum TeamWie wir neue Projektleitungen einarbeiten
KundenpostKundenfrage: Wie lange fällt das Wasser aus?

Tabelle: ausgedachte Beispiele.

Die rechte Spalte ist schon halb geschrieben. Die linke ist eine Hausaufgabe für Sonntagabend.

Wie viel Vorlauf brauchst du?

Als Faustregel, ohne Messung dahinter:

  • Themen wählst du 2 bis 4 Wochen vorher aus, damit Zeit für Material und Erlebnisse bleibt.
  • Fertige Entwürfe liegen 1 Woche vorher bereit, als Puffer für einen ausgefallenen Freigabetermin.
  • Videos und Dokumente brauchen 2 Wochen für Dreh, Gestaltung und Korrektur.
  • Aktuelle Anlässe planst du 1 bis 2 Tage vorher ein, sonst sind sie nicht mehr aktuell.

Technisch geht deutlich mehr: LinkedIn lässt Beiträge 10 Minuten bis 3 Monate im Voraus einplanen, nur Veranstaltungen, Stellenanzeigen und Dienstleistungen nicht.[1] Drei Monate würde ich trotzdem nur für Beiträge nutzen, die nicht altern. Eine Einordnung zu einer Branchennachricht ist nach drei Monaten Geschichte.

Wer macht was?

Ein Plan ohne Namen ist ein Wunschzettel. Deshalb gehört zu jeder Aufgabe eine Person:

AufgabeWerWann
Themen liefernalle, vor allem Vertrieb und Projektleitunglaufend, in den Themenspeicher
Themen auswählendie Person, deren Account es ist2 bis 4 Wochen vorher
Schreibendu, jemand im Team, Freelancer, Agentur oder digitaler Mitarbeiterbis eine Woche vorher
Freigebennur die Person, deren Account es istfester Termin pro Woche
Einplanendie Person selbst oder ein Werkzeug, das sie mit ihrem Profil verbindetdirekt nach der Freigabe
Kommentare und Nachrichtendie Person selbstnach dem Posten
Plan pflegeneine feste Person, auch wenn fünf mitarbeitenjede Woche

Tabelle: eigene Empfehlung, keine Studie.

Zwei Zeilen darin: Eine regelt LinkedIn, die andere ist meine Grenze. Die Nutzervereinbarung von LinkedIn verbietet, das eigene Konto mit anderen zu teilen.[9] Wer für dich schreibt, bekommt also kein Passwort. Und Antworten und Nachrichten im Namen meiner Kunden schreibe ich beim Ghostwriting nicht.

Die teuerste Zeile ist das Schreiben. Den Plan zu pflegen, kostet wenig. Ungeübte brauchen nach meiner Erfahrung 1,5 bis 1,75 Stunden für einen guten Beitrag, bei drei Beiträgen pro Woche also 4,5 bis gut 5 Stunden. Mit Lena bleiben dir davon rund 20 bis 30 Minuten pro Woche je Account: Themen auswählen, lesen, freigeben, mit einer Woche Vorlauf wie in der Treppe oben. So arbeitet Lena. Wie ein Beitrag aufgebaut ist, der gelesen wird, steht in LinkedIn-Beiträge schreiben.

Tabelle, Notion, Kalender oder Planungswerkzeug?

Fünf Orte für deinen Plan, jeder mit seinem Haken:

WerkzeugKostenStärkePasst, wenn
Tabelle (Google Tabellen, Excel)Google Tabellen mit Google-Konto kostenlos,[10] Excel meist schon im Hausschnell, jeder kennt es, mehrere bearbeiten gleichzeitigdu einfach anfangen willst
NotionFree 0 €, Plus 9,50 € je Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung[11]eine Datenbank mit Ansichten wie Tabelle, Board und Kalender[12]Themenspeicher, Entwürfe und Plan an einem Ort liegen sollen
Kalender (Outlook, Google Kalender)meist schon vorhandenBeiträge und Freigabetermin im selben Kalenderdu einen Account planst und wenige Spalten brauchst
Planungswerkzeug (Buffer, Hootsuite)Buffer kostenlos für 3 Kanäle mit je 10 geplanten Beiträgen, danach ab 5 US-Dollar je Kanal und Monat,[13] Hootsuite ab 99 US-Dollar im Monat[14]plant mehrere Profile und Kanäle an einem Ort eindu mehrere Accounts oder Kanäle einplanst
LinkedIn selbsteingebaut, die Hilfeseite nennt keinen Preis[1]kein weiteres Konto nötigdu nur LinkedIn bespielst und selbst einplanst

Tabelle: Stand 24.9.2026, Preise laut Anbieterseiten, Buffer und Hootsuite in US-Dollar bei jährlicher Zahlung, Hootsuite je Nutzer und ohne kostenlosen Tarif, Quellen unten.

Meine ehrliche Empfehlung: Fang mit der Tabelle an. Du merkst nach vier Wochen, welche Spalten du wirklich pflegst. Wechsle erst, wenn dich etwas Konkretes stört, etwa Entwürfe in fünf verschiedenen Postfächern. Dann passt Notion.

Fürs Einplanen rechnet sich ein Werkzeug später als gedacht. Bei einem Account mit drei Beiträgen pro Woche und einer Woche Vorlauf warten rechnerisch höchstens sechs Beiträge gleichzeitig. Das schafft schon der kostenlose Tarif von Buffer.

Ob LinkedIn eingeplante Beiträge anders ausspielt als spontan gepostete, dazu gibt es keine belastbare Aussage, von LinkedIn selbst gar keine. Woran du es selbst merkst: Vergleich zwei Monate lang die Interaktionen auf eingeplante und direkt gepostete Beiträge. Siehst du keinen Unterschied, plan weiter ein.

So hältst du den Plan durch

Schwierig wird es nach der ersten Füllung. Eine Studie zur Gewohnheitsbildung zeigt, wie lange Durchhalten dauern kann:

66 Tage

dauerte es im Mittel, bis eine neue tägliche Gewohnheit beim Essen, Trinken oder Sport 95 % ihres Höchstwerts an Automatik erreichte, je nach Person 18 bis hochgerechnet 254 Tage (96 Freiwillige, 82 mit auswertbaren Daten, Studie über 12 Wochen, veröffentlicht 2010) [15] [16]

Gemessen wurden Essen, Trinken und Bewegung, keine LinkedIn-Beiträge, die Übertragung ist meine Deutung. Die gute Nachricht aus der Studie: Eine einzelne verpasste Gelegenheit hat den Aufbau der Gewohnheit nicht nennenswert gestört.[16] Ein ausgefallener Beitrag ist also kein Grund, den Plan wegzuwerfen.

Was nachweislich hilft, ist ein Vorsatz mit Wann und Wo. In einer Meta-Analyse von 2006 über 94 unabhängige Tests hatten solche Wenn-dann-Pläne einen mittleren bis großen Effekt auf das Erreichen von Zielen (d = 0,65).[17] Übertragen auf deinen Plan, und das ist wieder meine Folgerung: „Wenn es Montag 10 Uhr ist, gebe ich frei.“

Vier Vorkehrungen, die ich einbauen würde:

  • Zwei Reservebeiträge, die nicht veralten, für die Woche, in der alles brennt
  • Ein freier Platz pro Woche für Aktuelles, damit der Plan nicht starr wird
  • Eine Rückschau im Monat: Welches Themenfeld bringt Kommentare und Anfragen, welches nicht?
  • Ein Ersatztermin am selben Tag, wenn die Freigabe ausfällt, nie „irgendwann“

Und wo ein Plan selbst zum Problem wird:

  • Zu viele Spalten. Der Plan wird zur zweiten Arbeit, und die lässt man als Erstes liegen.
  • Jede Zeile voll. Dann ist kein Platz für das Kundengespräch von gestern, das der beste Beitrag der Woche gewesen wäre.

[ AUS DER PRAXIS ]

Seit fast fünf Jahren schreibe ich als Ghostwriter für Gründer auf LinkedIn. Wenn Zusammenarbeiten gescheitert sind, dann unter anderem, weil die Themen ausgingen, weil fertige Texte nicht freigegeben wurden oder weil beim Kunden die zugesagte Zeit fehlte. Keins davon löst ein Redaktionsplan. Er zeigt es dir aber, und zwar Wochen bevor dein Profil verstummt: eine Themenspalte, die nach vorn immer leerer wird, ein Status „Zur Freigabe“, der sich seit zehn Tagen nicht bewegt. Das ist meine Deutung, gezählt habe ich es nicht.

∗ Erfahrungswert aus Marvins Projekten, keine öffentliche Quelle

Für wen sich ein Redaktionsplan lohnt

Sobald mehr als eine Person postet oder mehr als eine Person an einem Beitrag arbeitet, würde ich nicht mehr ohne Plan arbeiten. Dann ist er das einzige Dokument, in dem alle dieselbe Woche sehen.

Nicht jeder braucht sieben Spalten. In diesen Fällen würde ich es lassen:

  • Du postest einmal pro Woche und schreibst selbst. Dann reicht eine Notiz mit fünf Themen im Handy.
  • Du schreibst spontan, und das klappt seit Monaten. Dann schütz deinen Rhythmus, statt ihn in Zellen zu sperren.
  • Dir fehlt die Schreibzeit, der Überblick ist da. Dann löst der schönste Plan nichts. Klär erst die Stunden, dann plan.
  • Du hast noch keine Content-Strategie. Dann füllst du Zeilen ohne Richtung. Erst die Strategie, dann der Plan.

[ FRAGEN FÜR DICH ]

  1. Welchen Takt hältst du ein halbes Jahr, ohne dich zu belügen?
  2. Welche drei oder vier Themenfelder kannst du aus eigener Erfahrung füllen?
  3. Wer gibt bei euch frei, an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit?
  4. Welche Zeile in deinem Plan wäre heute schon leer?

Häufige Fragen

Was gehört in einen LinkedIn-Redaktionsplan?

Sieben Spalten reichen: Datum, Account, Themenfeld, Thema, Format, Status und Freigabe. Das Themenfeld ordnet jeden Beitrag einem von drei bis vier festen Kernthemen zu. Wer mehr braucht, ergänzt höchstens drei Spalten: die eigene Erfahrung zum Thema, den Link zum Entwurf und die Resonanz nach dem Posten.

Wie viele Wochen sollte ein LinkedIn-Redaktionsplan umfassen?

Vier Wochen reichen als Faustregel. Die laufende Woche ist eingeplant, die nächste liegt zur Freigabe, die übernächste ist im Entwurf, und für die vierte wählst du die Themen aus. Weiter nach vorn planst du nur Beiträge, die nicht veralten. Wie der wöchentliche Freigabetermin auch mit wenig Zeit klappt, steht in Freigabe ist kein Flaschenhals.

Kann man LinkedIn-Beiträge kostenlos planen?

Ja. Den Plan führst du kostenlos in Google Tabellen,[10] und Buffer plant für bis zu 3 Kanäle je 10 Beiträge kostenlos ein.[13] LinkedIn hat außerdem eine eigene Planungsfunktion für 10 Minuten bis 3 Monate im Voraus, eingeplante Beiträge lassen sich bearbeiten, verschieben oder löschen. Einen Preis nennt die Hilfeseite dafür nicht.[1]

Excel, Notion oder Planungswerkzeug: Was passt am besten?

Für den Anfang eine Tabelle in Excel oder Google Tabellen: Sie kostet meist nichts extra, jeder im Team kann sie lesen, und du merkst schnell, welche Spalten du brauchst. Notion lohnt sich, wenn Themenspeicher, Entwürfe und Plan an einem Ort liegen sollen, ein Planungswerkzeug wie Buffer, wenn du mehrere Accounts oder Kanäle einplanst.

Checkliste: Ist dein Plan startklar?

Bevor die erste Zeile live geht, prüf diese Punkte:

  • Takt je Account festgelegt, und zwar einer, den du ein halbes Jahr hältst
  • Themenfelder eingetragen, drei bis vier aus deiner Content-Strategie
  • Themenspeicher angelegt, mit etwa doppelt so vielen Themen wie Plätzen
  • Freigabetermin mit Tag und Uhrzeit wiederkehrend im Kalender
  • Eine Woche Vorlauf für fertige Entwürfe vereinbart
  • Ein Platz pro Woche für Aktuelles frei
  • Zwei Reservebeiträge vorrätig, die nicht veralten
  • Rückschau einmal im Monat eingetragen
  • Zugang zu LinkedIn bleibt bei dir, kein geteiltes Passwort

[ BEI STAAFF ]

Wenn dein Plan steht, aber niemand die Zeilen schreibt: Lena, unsere KI-Mitarbeiterin, schreibt LinkedIn-Beiträge in deiner Stimme, eine Woche im Voraus, und ohne deine Freigabe erscheint nichts.

LENA KENNENLERNEN →

Quellen

[ ZULETZT GEPRÜFT AM 24. SEPTEMBER 2026 ]

  1. LinkedIn-Hilfe, Schedule posts, laut Seite zuletzt vor rund zwei Jahren aktualisiert, nennt weder Preis noch Voraussetzung. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  2. Google Docs-Editoren-Hilfe, Text teilen und Duplikate oder Leerzeichen entfernen. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  3. Microsoft-Support, Aufteilen von Text in verschiedene Spalten mit dem Textkonvertierungs-Assistenten. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  4. Microsoft-Support, GLÄTTEN (Funktion). Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  5. CoSchedule, 2022 Trend Report on Marketing Strategy, Befragung von 515 Marketern aus 75 Ländern bis 31.12.2021, „Erfolg“ ist Selbstauskunft. Anbieterdaten, CoSchedule verkauft Software für Marketingplanung. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  6. Kirsti Lang, Buffer, Consistent Posting Means 5x More Likes, Comments, and Shares: Study, 29.1.2025, über 100.000 Buffer-Nutzer, 26 Wochen, wer in mindestens 20 Wochen postete, gegen höchstens 4 Wochen, Median der Interaktionen (Likes, Kommentare, Teilungen) je Beitrag über zehn Plattformen einschließlich LinkedIn, ohne Einzelwert für LinkedIn. Anbieterdaten, Buffer verkauft ein Planungswerkzeug. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  7. Rebecca MacFarlane, Sprout Social, What are social media content pillars?, 21.4.2026. Anbieterdaten, Sprout Social verkauft Software für soziale Netzwerke. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  8. LinkedIn-Hilfe, Media file types supported on LinkedIn. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  9. LinkedIn, Nutzervereinbarung, gültig ab 3.11.2025, Abschnitt 2.2 zum Teilen des Kontos. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  10. Google Workspace, Google Tabellen, „Jede Person mit einem Google-Konto kann Dokumente in Google Sheets erstellen“. Anbieterdaten. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  11. Notion, Preise, Plus 9,50 € je Mitglied und Monat bei jährlicher Zahlung, laut den Preisdaten der Seite 114 € im Jahr oder 11,50 € bei monatlicher Zahlung. Anbieterdaten. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  12. Notion-Hilfe, Views, filters, sorts and groups. Plattform-Doku. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  13. Buffer, Pricing, Essentials 5 US-Dollar je Kanal und Monat bei jährlicher Zahlung (60 US-Dollar im Jahr). Anbieterdaten. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  14. Hootsuite, Abos, Standard ab 99 US-Dollar je Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, ohne Steuern, kostenlos nur als Test für 14 Tage. Anbieterdaten. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  15. Christian Jarrett, British Psychological Society, How to form a habit, 6.10.2010, nennt die 66 Tage als Durchschnitt und die 254 Tage als Hochrechnung. Medienbericht, genutzt, weil die Verlagsseite der Studie beim Abruf gesperrt war. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  16. Phillippa Lally, Cornelia H. M. van Jaarsveld, Henry W. W. Potts, Jane Wardle, How are habits formed: Modelling habit formation in the real world, European Journal of Social Psychology 40 (6), 2010, S. 998 bis 1009, 96 Freiwillige, 82 mit auswertbaren Daten, 95 % des Höchstwerts nach 18 bis 254 Tagen. Primärstudie, Zusammenfassung über Crossref gelesen, die Verlagsseite war beim Abruf gesperrt. Abgerufen am 24.9.2026. ↑
  17. Peter M. Gollwitzer, Paschal Sheeran, Implementation intentions and goal achievement: a meta-analysis of effects and processes, Advances in Experimental Social Psychology 38, 2006, S. 69 bis 119. Primärstudie, Zusammenfassung im Publikationsserver der Universität Konstanz gelesen. Abgerufen am 24.9.2026. ↑

[ SO IST DIESER TEXT ENTSTANDEN ]

Recherche und Entwurf mit KI-Unterstützung, Zahlen und Quellen geprüft, Erfahrungswerte von Marvin Linxweiler.

← INHALTSVERZEICHNIS